HistorieWasserversorgungDohrer MühleBrauchtum

Alle Texte unter Wasserversorgung, Dohrer Mühle und Brauchtum wurden zusammengestellt und
überarbeitet von Peter Bison.


BRAUCHTUM


Bildstock im Ellerbachtal

Wer den Bildstock wann und zu welchem Zweck errichtet hat, konnte bisher nicht ergründet werden. Es wird vermutet, dass er im Zusammenhang mit der Dohrer Mühle steht.

Der Bildstock wird wieder gepflegt. Insbesondere kranke Menschen suchen diesen Ort zum Gebet auf. Es wird zur heiligen Theresia von Lisieux gebetet. Thérèse von Lisieux (2. Januar 1873 in Alençon, Frankreich; † 30. September 1897 in Lisieux, Frankreich) war im Orden der Unbeschuhten Karmelitinnen. Sie wurde 1925 von Pius XI. heiliggesprochen und 1997 von Papst Johannes Paul II. zur Kirchenlehrerin erhoben. Im Jahr 1897 starb sie, gerade 24-jährig, nach heftigem Leiden an Tuberkulose. Ihre letzten Worte waren: „Mein Gott, ich liebe dich!“ Nach ihrem Tod verbreitete sich ihr Ruf als eine der größten Heiligen, da unzählige Menschen ihrer Fürbitte Gebetserhörungen zuschrieben. Ihrer Daseinsauffassung, dass sie den Himmel damit verbringen werde, Gutes für die Erde zu tun, fördert eine dynamische und vitale Auffassung von der ewigen Bestimmung des Menschen („Nach meinem Tod werde ich Rosen regnen lassen“). 

Erzählung:
Geschichte vom Dohrer Müller, der mit dem Teufel paktiert hatte und deshalb aus Sand Gold mahlen konnte (siehe Chronik 800-Jahr-Feier). Wenn die Leute abends /nachts von der Mühle nach Dohr gingen, sahen sie oft oben auf dem Berg ein „Trilicht“ (Versuchungs-/Verführlicht). Wenn sie dann am Heiligenhäuschen ein Vater Unser beteten, verschwand das Licht.

Quellen: Regina Justen, Hans-Peter Mönch, Erich Mönch, Wikipedia

 

Der alte Pfingstbrauch – den Schnoak vertreiben

Pfingsten – der Name kommt aus dem Griechischen: pentekoste = „der fünfzigste [Tag]“) bezeichnet das Fest am fünfzigsten Tag nach Ostern (das entspricht dem 10. Tag nach Christi Himmelfahrt); gemäß antiker Praxis wurde dabei der Ostersonntag als erster Tag gezählt. Pfingsten wird vor allem als Feier zu Ehren der wiedererwachten Natur begangen. Der Sommer hat nun endgültig den Winter besiegt, denn das Datum des Festes liegt in jedem Fall immer nach den Eisheiligen. Häuser und Ställe werden mit Grün geschmückt. Die segenbringenden Zweige müssen keine Winterdämonen verscheuchen und Hexen mehr abweisen, sondern nur Fruchtbarkeit und Glück verheißen.

Quellen: http://pfingsten-info.de, Heyne-Ratgeber „Altes Brauchtum“ von Marianne Bernhard

Pfingstochse, Pfingstfeuer & Pfingstlümmel

Bis ins 19. Jahrhundert war es in ländlichen Gebieten ein weitverbreiteter Brauch, einen Pfingstochsen, mancherorts auch einen Pfingsthammel, durch das Dorf zu treiben. Der Hintergrund hierfür dürfte ursprünglich die Darbringung eines Tieropfers gewesen sein, denn lange Zeit war das Tier als Schlachtvieh für das festliche Pfingstessen vorgesehen. Der Pfingstochse wurde festlich mit Blumen, Stroh und Kränzen geschmückt und in einem feierlichen Zug bzw. einer Pfingstprozession durch die Gassen oder über die Felder begleitet.

Mancherorts hat sich der Brauch erhalten, Pfingstfeuer anzuzünden. Die lodernde Flamme gilt dabei einerseits als Symbol des Heiligen Geistes, andererseits aber auch als Zeichen der Reinigung und Erleuchtung der Gläubigen. In Laub gekleidete Burschen (Pfingstlümmel) werden herumgeführt, die die neuen Wachstumsgeister verkörpern. In ländlichen Gebieten wird das Vieh bekränzt.

Das Setzen von Liebesmaien zu Pfingsten steht in Verbindung mit dem alten Brauch des „Mailehens“. Hierbei erhalten die heiratsfähigen Burschen heiratsfähige Mädchen „zu Lehen“, die sie – in der Regel im laufenden Jahr – zu Tanz und Feier ausführen mussten/durften. Die Paarbildung zum Zwecke des näheren Kennenlernens erfolgte durch Verlosung oder Versteigerung. Die Maien setzten die Burschen „yren metzten zuo eer“, wie Sebastian Franck 1534 notiert.

Schlimmer als gar keine Maien zu erhalten war es für ein Mädchen, von einem „verblichenen“ Freund eine sogenannte Schandmaien aufgesteckt zu bekommen: einen dürren Stecken oder das kahle Gerippe eines ehemaligen Christbaumes. Auch Kirschzweige (Symbol für Klatschsucht) oder Weißdorn (Symbol für eine, die unbedingt geheiratet werden will) galten als wenig geliebte Gaben.

Der Brauch in Dohr:
Stichworte, vollständiger Text siehe Chronik zur 800-Jahr-Feier

Quellen: Regina Justen, Hans-Peter Mönch, Wikipedia, Prof. Dr. theol. Manfred Becker-Huberti, Köln

 

Die sieben Kreuze – die sieben Kniefälle

Bedeutung:
Bei schwerer Erkrankung baten die Angehörigen der kranken Person sieben Mädchen, bei den sieben Kreuzen für die erkrankte Person zu beten (verm. den Rosenkranz). Die Kinder wurden in der Regel mit etwas Kleingeld belohnt. Es sind solche Bittgänge noch nach dem 2. Weltkrieg belegt.

Standorte:


Die Kreuze waren teilweise aus Holz, Sandstein und Basalt. Im Rahmen der Flurbereinigung verschwanden sie leider.
Hinweis: Andrea Regetiu – Moselhochzeit – Krminalroman – ca. 1815 – Münstermaifeld – 7 Kreuze -  Kommunionkinder – Schwager - Kutscher

Quellen: Regina Justen, Hans-Peter Mönch, Erich Mönch, Wikipedia

 

Hillich und Stückelcher

Das Aufgebot der Brautleute wurde am Backes (stand etwa auf dem Kirchenvorplatz) ausgehängt. Aus Anlass der Hillich wurden nachts im ganzen Dorf (landwirtschaftliche) Gerätschaften „ausgeliehen“ und zum Backes gebracht. Dort wurde eine regelrechte Barrikade errichtet. Die Aktion lief ähnlich ab wie es in der Hexennacht der Fall ist.
Das sollte das Aufgebot, die zukünftige Ehe, unterstützen und stabilisieren. Natürlich wurde auch mit einigem Alkohol gefeiert. Das Schleifen mit Sense und Wagenrad gehörte natürlich dazu.

Es wird von einem Landwirt erzählt, der leicht einschlief. Auf dem Weg zum Feld oder nach Hause schlief er regelmäßig auf seinem Wagen ein. Da sein Zugtier, seine Kuh, den Weg kannte, war das kein Problem. Besagter Bauer hatte ein neues landwirtschaftliches Gerät gekauft. Er wollte unbedingt verhindern, dass es anlässlich einer Hillich entführt wurde. Also setzte er sich mit einem Revolver bewaffnet auf das Häuschen mit dem Herz und bewachte seinen Hof. Natürlich wollte er niemanden erschießen, sondern mit einem Warnschuss die Übeltäter vertreiben. Wie erwartet, schlief er ein. Die Dorfjugend verschloss das Häuschen und konnte ungestört arbeiten.

Natürlich durfte ein Bräutigam nicht vor der Hochzeit im Haus der Braut übernachten. Ein Heiratskandidat aus Reil hatte deshalb per Bahn und mit dem Postbus verschiedene Sachen, auch den Brautanzug, nach Dohr gebracht. Am Tag der Hochzeit wurde die Braut mit Angehörigen in die Kirche geführt, der Brautigam kam aber nicht herbei. Natürlich entstand Unruhe. Man suchte nach ihm und fand ihn schließlich nur in Unterwäsche bekleidet im Haus der Schwiegereltern. Er zeigte auf bereitgelegte Kleidungsstücke: „Dat ess net mäine Aanzoch! Suu kann ech net heirode.“ Das Problem war schnell gelöst. Der Brautvater hatte den Anzug des Bräutigams für seinen gehalten. Nachdem die Anzüge getauscht waren, konnte die Trauung gehalten werden.
Diese Geschichte ist wahr, Regina Justen führte die Braut.

Quellen: Regina Justen, Hans-Peter Mönch

 

Brautwerbung – Schnapsoffbinna

Wenn ein Freier zum dritten Mal die Familie seiner Auserwählten aufsuchte, versammelte man sich vor deren Haus. Eine willkürlich ausgewählte Person (dä Schnapsoffbinna) besorgte beim Wirt ein Schnapsviejeltje (Schnapsvogel, Inhalt fünf normale Schnäpse, Gefäß etwa wie eine Weinkaraffe).

Der Schnapsoffbinna trug dem Freier folgenden Text vor:

Dau bess emaol durch dä Grummet gedätschelt,
unn um dä Schorre widda got ze maache,
musst dau oos en holländische Ochs bränge, zwischen demm  seijne Hörna enn Schwalew e ganz Joahr fleeje moos.
Unn wenn dau dat net kannst, moost dau oos 7 Litta Schnaps gää.
Unn wenn dau dat net kannst, moost dau 5 Litta Jungfrauemellech gää.
Unn wenn dau dat net kannst, kreest dau Geräppelches aogebunne.
Unn wenn dau dat net willst… (Es wurde mit der Faust gedroht) 

Danach schenkte der Schnapsoffbinna den zukünftigen Brauteltern, der Braut, dem Freier und sich selbst aus dem Viejeltje einen Schnaps aus.
Es muss davon ausgegangen werden, dass anschließend ein Umtrunk stattfand.
Es konnte auch passieren, dass dem Freier ein Korb übergestülpt wurde!

Quellen: Regina Justen und Hans-Peter Mönch