HistorieWasserversorgungDohrer MühleBrauchtum

Alle Texte unter Wasserversorgung, Dohrer Mühle und Brauchtum wurden zusammengestellt und
überarbeitet von Peter Bison.


WASSERVERSORGUNG – BRUNNEN


Obwohl Dohr auf der Höhe liegt, enthält der Boden viel Grundwasser. So gibt es an der Hauptstraße, an den fast höchstgelegenen Stellen des Dorfes, zwei große Brunnen, die einst der Wasserversorgung dienten.

Ein Brunnen ist noch mit einem Brunnenhaus überbaut, das im Rahmen einer Dorferneuerungsaktion 2005 unter Mithilfe der Dorfbevölkerung neu erbaut wurde. Das alte Brunnenhaus hatte noch in etwa das Aussehen der 1920er Jahre. Ein gleiches Haus stand über dem zweiten Brunnen in der Kurve hinter der Kirche. Man sieht heute dort nur noch einen Kanaldeckel. Beide Brunnen sind noch intakt.

Darüber hinaus hatten und haben viele Häuser noch eigene Brunnen (Pütz). Im Bereich des heutigen Anwesens Horst Gilles in der Hauptstraße befand sich ein Löschteich (Brandweiher).

Es muss davon ausgegangen werden, dass man die Brunnen vor 1900 gegraben hat. 

In den Jahren 1921-1923 war es extrem trocken. Obwohl man den Brunnen an der Kirche auf 23 Meter abteufte, brachte er kaum Wasser. Es wird berichtet, dass die Dorfbewohner, nicht nur von Dohr, aus den Bachtälern Wasser herbeiholen mussten. Bei den steilen Wegen und meistens Kühen als Zugtiere eine logistische Herausforderung. Eine Wasserquelle war damals an der oberen Dohrer Kehr am Weg ins Ellerbachtal (zweigt an der Rundbank ab). Das Gelände gehörte der Familie Mönch.

Aus den Erfahrungen der Trockenjahre heraus entschloss man sich, eine Fernwasserversorgung (Kreiswasserwerk) aufzubauen. Das geschah in drei Abschnitten:

1926-1927 durch die Einrichtung des Gruppenwasserwerks des Amtes Lutzerath mit der Wasserversorgung auch von Dohr. Maßgeblich ermöglicht durch Notstandsarbeiten in der Weimarer Republik.

In den Jahren 1940-1944 Anschluss des Kreises Cochem an die Eifelwasserversorgung (Ulmener Maar) inkl. der Stadt Cochem. Es gab eine günstige Finanzierungsmöglichkeit über Gelder für den Westwallausbau.

1958-1960 erfolgte die Erweiterung um die Brunnen in Strohn. Diese Maßnahme wurde durch die Wiederaufrüstung der BRD (Wasserbedarf für Flugplatz Büchel, Kaserne Brauheck, Kaserne Ulmen) begünstigt.


Grundvoraussetzung war die flächendeckende Versorgung mit elektrischer Energie (ab 1924).

Quellen: Erich Mönch, Hans-Peter Mönch, Veröffentlichung des Kreiswasserwerks